Credo

Wir sind dann mal weg, sagen die Papstfreunde

PILGERN Von Köln nach Berlin: Christoph Lehmann, Initiator der Kampagne „Pro Reli“, macht mobil

Pilgern hat einen eigenen Takt. Deswegen laufen einige fromme Wanderer schon nächste Woche los, um rechtzeitig zum Besuch von Benedikt XVI. in einem Monat in Berlin zu sein. Damit die Botschaft des Glaubens ankommt, braucht es halt etwas mehr Zeit. Davon ist zumindest der Berliner Christoph Lehmann überzeugt. Er hat die „Staffelwallfahrt“ von Köln nach Berlin ins Leben gerufen. „Glauben verbindet“, sagt er und lädt Menschen aller Konfessionen ein, mitzulaufen und Deutschland betend zu durchqueren. Kölns Kardinal Joachim Meisner übernimmt am Dienstag die Aussendung. Die Route verläuft entlang des alten Jakobswegs, die Pilger passieren die Bischofsstädte Paderborn und Hildesheim. Die Idee zur Papst-Wallfahrt ist noch jung, Mitstreiter werden gesucht. Nach den technischen Vorbereitungen ist dies die erste geistliche Einstimmung auf das Großereignis. Christoph Lehmann ist in Berlin kein Unbekannter. Der Anwalt hat den Kirchen in der Hauptstadt zu ungewohnter Kampagnenfähigkeit verholfen. Mit der Initiative „Pro Reli“ hat er zusammen mit vielen anderen für eine Gleichberechtigung des Religionsunterrichts gegenüber dem Berliner Ethikunterricht gekämpft. Obwohl das Volksbegehren 2009 scheiterte, machte „Pro Reli“ bundesweit von sich reden. Daran will Lehmann jetzt anknüpfen. Er hat in Berlin den Verein „Credo“ gegründet, mit dem er für Gott und ein bisschen auch für den Papst Werbung machen will. „Wir wollen das Verbindende am Glauben zeigen“, sagt er. Als Logo für „Credo“ hat er sich das alte Symbol des Fisches ausgesucht. Nur dass der neue „Credo“-Fisch verschmitzt grinst. In Berlin wird der neue Erzbischof Rainer Maria Woelki die Pilger aus Köln in Empfang nehmen. Den Glauben müsse man nicht erst nach Berlin bringen, Berlin sei keine gottlose Stadt, sagt Lehmann. Doch in Sachen Werbung und Offensive sind die Papstgegner eben schon weiter. Es gibt schon freche Postkarten und lustige Aktionen, die sich gegen die Kirche richten. Dagegen will „Credo“ etwas tun. Zusätzlich zur Wallfahrt wollen Lehmann und seine Mitstreiter ein paar andere Aktionen starten. Die sind aber, gut katholisch, noch geheim.

Quelle: Volker Resing, DIE ZEIT No. 34 (19.08.2011)

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